Investieren Sie in Produkte, nicht Projekte – und machen Sie Ihre Organisation effektiv

22.1.2020 / von Esko Hannula

"Project to Product" ist in letzter Zeit zu einem modischen Slogan geworden - und das aus gutem Grund.

In der Vergangenheit war ein Informationssystem eine Projektinvestition. Wir haben ein Jahr damit verbracht, es zu definieren, ein paar Jahre mit der Implementierung und ein paar Jahre mit der Nutzung. Dann haben wir ein neues Projekt gestartet, um das System zu ersetzen.

In Wirklichkeit hat unser Informationssystem während seiner aktiven Lebensdauer eine ganze Menge "Wartung", "kleine Entwicklungen" und "Upgrades" durchlaufen. In vielen Fällen war die Anzahl der für die "Wartung" benötigten Personen fast so groß wie die Anzahl der für das ursprüngliche Implementierungsprojekt benötigten Personen.

Ein Projekt ist eine temporäre Organisation mit einem klaren und festen Umfang, Zielen, Budget, Ressourcen und Dauer. Im Gegenteil dazu ist eine Produktorganisation dauerhaft oder zumindest langlebig. Ihre Mission ist es, nachfolgende Versionen des Produkts zu liefern und die Wettbewerbsfähigkeit des Produkts mit jeder Veröffentlichung zu verbessern.

Es besteht kein Zweifel, dass der Lebenszyklus eines Informationssystems heute eher einem Produktlebenszyklus als einem Projektlebenszyklus ähnelt. "Von Projekten zu Produkten" bedeutet einfach, aus einer Notwendigkeit eine Tugend zu machen.

Beginnen Sie mit der Einrichtung einer Produktmanagement-Funktion. Ein Produktmanager führt das Informationssystem als inkrementelle Investition, bei der jeder Update den Wert des Systems steigert. Er oder sie wird auch ständig über die Anforderungen des Unternehmens informiert sein, sie priorisieren und einen konstanten Fluss von Systemreleases planen, die wertschöpfende neue Funktionen im Produkt liefern. Mit anderen Worten: Der Produktmanager verwaltet den Wert des Informationssystems nicht als einmalige Investition, sondern als ein Kontinuum.

Gleiches gilt für das "Produktentwicklungsteam". Die an der Entwicklung des Systems aktiv beteiligten Personen werden nach der Phase "Projekt ist abgeschlossen" nicht mehr weggehen. Sie werden bleiben, um das System wettbewerbsfähig zu halten. Natürlich kann die Größe des Teams im Laufe der Zeit variieren.

Der Wechsel von Projekten zu Produkten kann nach einem enormen Kostenanstieg klingen. Manchmal ist es das, manchmal nicht. Daher: Lassen Sie sich nicht in die Falle locken, die Produktorganisation neben der alten Projektorganisation aufzubauen. Möglicherweise müssen Sie Rollen und Verantwortlichkeiten neu ordnen - und einige Personen wechseln. Grundsätzlich brauchen Sie jemanden, der die Definition des Produkts verantwortet, jemanden, der die Software liefert und jemanden, der sie betreibt.

Die Denkweise eines Projektmanagers ist es, nach einem Plan und Budget zu liefern und dann weiterzumachen. Der Fokus eines Betriebsleiters liegt darauf, die Dinge am Laufen zu halten und Benutzerbeschwerden zu minimieren. Die Aufgabe eines Produktmanagers besteht darin, das Produkt wettbewerbsfähig zu halten, indem er seinen Business Case verwaltet.

Und was hat "Project to Product" mit dem Testen zu tun? Stellen Sie sich vor, wie unterschiedlich eine Person, die für die Durchführung eines Projekts verantwortlich ist, und eine Person, die für ein Produkt verantwortlich ist, über Qualität denken und wie unterschiedlich sie die Aktivitäten priorisieren würden. Wir werden in den nächsten Beiträgen tiefer in diese Unterschiede einsteigen.


Den Rest der Blog-Serie finden Sie hier:

  1. Hören Sie auf, Ihre Systeme zu kontrollieren – und beginnen Sie, diese zu steuern
  2. Investieren Sie in Produkte, nicht Projekte – und machen Sie Ihre Organisation effektiv
  3. Setzen Sie auf DevOps – und lassen Sie sich nicht entmutigen
  4. Testen Sie – immer dann, wenn es Ihnen am meisten bringt
  5. Automatisieren Sie so viel wie möglich – aber keinen schlechten Prozess
  6. Messen Sie - aber mit Köpfchen



 

Esko Hannula

Geschrieben von Esko Hannula